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Wem gehört die Stadt? Feindliche Architektur

  • Autorenbild: Lars Friedrich
    Lars Friedrich
  • vor 13 Stunden
  • 1 Min. Lesezeit

S-Bahnhof ohne Bänke in Hattingen

Hattingen gilt als lebenswerte Stadt mit historischen Plätzen und hoher Aufenthaltsqualität. Doch ist der öffentliche Raum tatsächlich für alle Menschen gleichermaßen zugänglich? Dieser Frage widmet sich die neue kostenfreie Stadtführung „Stadt ohne Sitzplatz: Hattingen unbequem“ von HATTINGEN ZU FUSS.

Im Mittelpunkt steht das Phänomen der sogenannten defensiven Architektur, die häufig auch als „feindliche Architektur“ bezeichnet wird. Gemeint sind bauliche Maßnahmen, die bestimmte Nutzungen des öffentlichen Raums verhindern oder erschweren sollen. Geteilte Sitzbänke, abgerundete Sitzflächen, Anti-Wühl-Mülleimer oder das Verschwinden von Pfandringen sind Beispiele für Gestaltungselemente, die bundesweit zunehmend diskutiert werden.

„Öffentlicher Raum sollte allen Menschen offenstehen. Die Führung möchte deshalb keine einfachen Antworten geben, sondern dazu anregen, über die soziale Wirkung von Architektur nachzudenken“, sagt Stadtführer Lars Friedrich.

Während des rund 90-minütigen Rundgangs besuchen die Teilnehmenden den S-Bahnhof Hattingen (Ruhr) Mitte, die Bahnhofstraße, die Kleine Weilstraße, den Reschop Carré, den Kirchplatz sowie den Hill'schen Garten. Gemeinsam wird der Frage nachgegangen, wo Architektur zur Steuerung von Verhalten eingesetzt wird und wie sich die Balance zwischen Sicherheit, Ordnung und sozialer Teilhabe gestalten lässt.

Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei. Statt eines festen Entgelts lässt Lars Friedrich am Ende der Tour den Hut herumgehen. Die freiwilligen Spenden kommen vollständig der Wohnungslosenhilfe der Diakonie Mark-Ruhr zugute. Bereits die Premiere am 29. Juni 2026 erbrachte 150 Euro für die Obdachlosenhilfe.

Die Führung „Stadt ohne Sitzplatz: Hattingen unbequem“ kann individuell von Gruppen mit bis zu 25 Personen kostenfrei online gebucht werden. Der nächste öffentliche Termin für Einzelpersonen findet am Freitag, 11. September 2026, um 16 Uhr anlässlich des Tags der wohnungslosen Menschen statt.


 
 
 

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