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Architektur im Kreuzfeuer: Schön oder Schandfleck?

  • Autorenbild: Lars Friedrich
    Lars Friedrich
  • 29. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

Wie hässlich darf es sein?

Nicht jedes Gebäude in Hattingen gilt als architektonischer Publikumsliebling. Während Fachwerkidylle und historische Gassen seit Jahren Besucher anziehen, geraten andere Bauwerke der Innenstadt regelmäßig in die Kritik. Genau diesen vermeintlichen „Bausünden“ widmet sich am Tag der Architektur 2026 eine Stadtführung von HATTINGEN ZU FUSS.


Unter dem Titel „Hässliches Hattingen? Wenn Architektur polarisiert“ laden Stadtführer Lars Friedrich und der frühere Hattinger Denkmalpfleger Walter Ollenik am Sonntag, 28. Juni 2026, um 11 Uhr zu einem ungewöhnlichen Rundgang durch die Innenstadt ein. Die rund zweistündige Führung beleuchtet Gebäude, die viele Hattingerinnen und Hattinger als unattraktiv empfinden – und fragt zugleich, warum sich Geschmäcker im Laufe der Zeit verändern.


Auf dem Rundgang geht es unter anderem zum S-Bahnhof Hattingen-Mitte, zum ehemaligen Karstadt-Gebäude sowie zum markanten Treufinanz-Haus. Gerade letzteres werde heute von progressiven Denkmalpflegern zunehmend als typisches Beispiel seiner Zeit betrachtet, so HATTINGEN ZU FUSS.


Fachlich begleitet wird die Führung von Walter Ollenik, Diplom-Ingenieur, langjähriger Leiter der Unteren Denkmalbehörde Hattingen und ehemaliger Vorsitzender des Arbeitskreises der Denkmalpfleger im Ruhrgebiet. Er möchte den Blick auf Architektur bewusst erweitern.


„Viele Gebäude, die wir heute als schön empfinden, galten bei ihrer Entstehung ebenfalls als umstritten oder sogar hässlich“, sagt Ollenik. „Die Führung soll dazu anregen, darüber nachzudenken, wie sich unser Blick auf Architektur verändert und was ein Gebäude eigentlich attraktiv oder unattraktiv macht.“


Dabei gehe es nicht nur um persönliche Vorlieben, sondern auch um städtebauliche Entwicklungen und gesellschaftliche Trends. So lenken Ollenik und Friedrich den Blick beispielsweise auch auf das neue Haus Waskönig, das traditionelle Gestaltungselemente aufgreift und dennoch als modernes Gebäude wahrgenommen wird.


Mit einem Augenzwinkern, aber durchaus ernsthaft, wolle die Führung eine Diskussion über Architektur und Stadtbild anstoßen, betont Stadtführer Lars Friedrich. „Diese außergewöhnliche Tour soll zeigen, dass auch ungeliebte Bauwerke spannende Geschichten erzählen können – und dass sich der Blick auf Architektur oft erst mit zeitlichem Abstand verändert.“


Die Teilnahme an der Führung ist kostenfrei. Aufgrund begrenzter Plätze ist jedoch eine Anmeldung per E-Mail an kontakt@hattingenzufuss.de erforderlich.

 
 
 

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